Falkenburg - Heiligenkirchen

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Falkenburg

Die Falkenburg

Die Falkenburg auf einer vor dem Gebirgszuge der Großen Egge sich abhebenden Höhe ist wahrscheinlich die älteste Feste, welche die Edelherren zur Lippe errichtet haben, als sie im 12. Jahrhundert den Schwerpunkt ihrer Hausmacht von den alten Stammesbesitzungen an der Lippe in die Herrschaft diesseits des Teutoburger Waldes verlegten. Als Standort der ersten Burg in diesem Gebiet wählten sie den etwa 300 m
hohen Falkenberg, dessen Gipfel ohne einen Zusammenhang steil in die Höhe ragte. Eine hierauf erbaute Burg konnte somit nur durch Hunger mittels einer langen Belagerung bezwungen werden. Sie gewährte außerdem nach Norden einen weiten Einblick in das Tal der Berlebecke und nach Süden hin über die Kuppen des Gebirges auf das Winfeld, so dass schwerlich jemand, der in feindlicher oder freundlicher Absicht die alte Straße Paderborn-Detmold benutzte, dem Auge eines aufmerksamen Wächters entgehen konnte.

Nach einer Urkunde, die zwar nicht datiert ist, ihrem Inhalt nach aber etwa in das Jahr 1194 fällt, ist die Burg damals von Bernhard II. (1167-1224) und seinem Sohn Hermann II. (1196-1229) erbaut worden. Ihren Namen hat sie wohl von der Gemahlin Bernhard II. bekommen. Diese stammte aus dem Hause Aar im Rheingau, dessen Stammsitz auch den Namen Falkenberg führte.

Burgen in der Ebene erhielten einen doppelten Schutz durch eine hohe, feste Mauer und einen breiten, tiefen Wassergraben, den man nur über eine Zugbrücke überschreiten konnte. Bei Bergburgen wie der Falkenburg war ein solcher Wassergraben aus natürlichen Gründen unmöglich. Sie erhielten ihre Festigkeit schon durch ihre Lage auf einem Bergvorsprung, der möglichst nach drei Seiten steil abfiel. Durch ihre Lage auf einer solchen Bergnase konnte die Falkenburg von drei Seiten nicht angegriffen werden, nur von der Ostseite her. Ihre Erbauer wollten aber doch auf den Schutz durch einen Graben nicht verzichten. Darum hoben sie etwa zehn Meter unterhalb des Berggipfels rings um die Burg das Gestein aus und zogen so einen Graben um sie herum, aus dem der Burgplatz senkrecht emporstieg. Außerhalb des Grabens blieb das Erdreich unberührt als natürlicher Wall stehen. Dieser hätte durch das aus dem Graben ausgehobene Gestein kräftig erhöht werden können; das haben die Erbauer der Falkenburg nicht getan. Sie haben in den Wall breite Öffnungen gebrochen, durch die das losgebrochene Erdreich hinausgekarrt und den Berghang hinuntergeschüttet wurde. Vor den Walllücken entstanden dadurch noch heute sichtbare Schutthalden.

Glänzende Tage und schwere Notzeiten sind über die Burg gekommen. Vom November 1404 bis zum Juni 1405 hielt der Edelherr Simon III. dort den Herzog Heinrich von Braunschweig in Haft, den sein Sohn Bernhard im Treffen am Ohrberge bei Hameln besiegt und gefangen genommen hatte. Im Juni 1447 widerstand die Burg unter Johann von Molenbeck dem Angriffe der Böhmen. 1453 wurde die Festung durch einen zufälligen Brand eingeäschert. Um das Jahr 1460 wurde die Burg wieder aufgebaut, aber seitdem nicht mehr von der Landesherrschaft bewohnt. Die Burg zerfiel bereits im 16.Jahrhundert, ihre behauenen schweren Sandsteinquadern rollten den steilen Hang hinunter und lieferten zu manchem Hause in Berlebeck wertvolles Baumaterial. Noch am Anfang des 19. Jahrhunderts müssen erhebliche Reste der Falkenburg da gewesen sein; denn als 1806 bis 1810 die Straße über die Gauseköte ausgebaut wurde, ließ die Fürstin Pauline Steine von der Ruine der Falkenburg nach dort fahren, und das sind wohl nicht wenige gewesen.

Im Jahre 1881 schrieb Otto Preuß in seinem Buch "Die baulichen Alterthümer des Lippischen Landes" über die Falkenburg: jetzt ist von der dichtbewachsenen Höhe nicht einmal mehr der frühere schöne Durchblick in das reizende Tal der Berlebecke mit seinen freundlichen Höfen und jenseits derselben auf die waldigen Höhen vom klassischen Plateau des Winnfeldes bis zum Hermannsdenkmal hin dem Auge noch gestattet. Möchte doch ein einfacher, jene Fernsicht von Neuem eröffnender Thurm sich wieder über den Trümmern der Falkenburg erheben, die nicht nur landschaftlich einen der schönsten Punkte des Landes bildet, sondern auch die Erinnerung an eine glorreiche Waffenthat aus der lippischen Vorzeit wachruft!".

Quelle: Burgen, Schlösser, Herrensitze, Kirchen, Bauernhöfe, Bürgerhäuser in Lippe
Dr. Volker Wehrmann, 1979
Herausgeber: Lippischer Heimatbund

Mehr unter: www.falkenburg-lippe.de


 
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